Vertrauen und Blickwinkel

Hoch über dem Marktplatz einer kleinen Stadt
hatte ein Seiltänzer sein Seil gespannt und machte
dort oben unter den staunenden Blicken vieler Zuschauer
seine gefährlichen Kunststücke.

Gegen Ende der Vorstellung holte er eine Schubkarre
hervor und fragte einen der Anwesenden:
„Sagen Sie, trauen Sie mir zu,
dass ich die Karre über das Seil schiebe?“ –

„Aber gewiss“, antwortete der Gefragte höflich,
und auch mehrere andere der Umstehenden
stimmten der Frage sofort zu.
„Würden Sie sich meiner Geschicklichkeit anvertrauen,
sich in die Karre setzen und von mir über das Seil fahren lassen?“
fragte der Schausteller weiter.
Da wurden die Mienen der Zuschauer ängstlich.
Nein, dazu hatten sie keinen Mut!
Nein, das trauten sie sich und ihm nicht zu.

Plötzlich meldete sich ein Junge.
„Ich setze mich in die Karre“, rief er,
kletterte hinauf, und unter dem gespannten Schweigen
der Menge schob der Mann das Kind über das Seil.
Als er am anderen Ende ankam,
klatschten alle begeistert Beifall.

Einer aber fragte den Jungen:
„Sag, hattest Du keine Angst da oben?“
„O nein“, lachte der,
„es ist ja mein Vater, der mich über das Seil schob!“

Gefunden hier

Bildquelle

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Über Andrea Kording

Kordingcoaching www.findyourwhy.wordpress.com www.andreakording.de
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11 Antworten zu Vertrauen und Blickwinkel

  1. theomix schreibt:

    Liebe Andrea,
    eine gute Geschichte-. Danke für die Erinnerung! Herzlichen Gruß, Jörg

  2. Elisabeth schreibt:

    Eine wunderschöne Geschichte, liebste Andrea,

    immer wieder… zum gern-Lesen… *lächel*
    Voll Vertrauen und Liebe… und Sicherheit, die uns unsere Wurzeln gibt…

    Allerliebste Herzensgrüße zu dir, Elisabeth

  3. Horton schreibt:

    Liebe Andrea,
    eine schöne Geschichte…ich frag mich, wie das eigentlich für den Vater dann war 😉
    Einen lieben Schneegruß für dich aus Huheim

    • andrea2110 schreibt:

      Lieber Horton, was meinst DU wohl, wie es für ihn war? Ich glaube ja, er WUSSTE was er tat, er VERTRAUTE seinen Fähigkeiten und durch das Vertrauen seines Sohnes wurde er noch sicherer… Einen lieben Gruss nach Schneehausen äh, Hu-Heim:-) Andrea

  4. Johannes schreibt:

    Die Geschichte tut der Seele richtig gut: Ein Kind, das so viel Vertrauen hat … es kann dann auch so viel Vertrauen ins Leben haben. Und mit welcher Selbstverständlichkeit der Junge dieses Vertrauen lebt …
    Dich als Wahl-Schweizerin erinnert sie doch bestimmt an die Apfelschuss-Szene in Schillers Schauspiel und das Vertrauen, das der Sohn Wilhelm Tells in die Schießkünste seines Vaters hatte … Wie gut, wenn sich die männliche Seite in einem Jungen so entwickeln kann …

    • andrea2110 schreibt:

      Lieber Johannes, ich muss gestehen, dass ich DA überhaupt nicht dran gedacht habe, obwohl der Gedanke wirklich nahe liegt… danke an die Erinnerung… Ja, die Selbstverständlichkeit des Vertrauens, die ist berührend… Dir auch ein friedliches fröhliches liebevolles Weihnachtsfest und alles Liebe, Andrea

  5. Johannes schreibt:

    Wutsch, war der Kommentar weg, liebe Andrea. Aber meine guten Wünsche für ein gesegnetes Weihnachten möchte ich schon noch nachsenden 🙂

  6. Babsi schreibt:

    liebste andrea+
    wooooow, das ist eine schöne geschichte…und das vertrauen des jungen find icheinfach nur berührend. ich hött sogar bei meiner mutter noch ängstliche gefühle gehabt
    gleichzeitig dacht ich aber auch, wieviel ängste uns ins erwachsenenalter eingepflanzt werden…
    allerliebste grüße von babsi

    • andrea2110 schreibt:

      Liebste Babsi, ich war auch ganz beeindruckt und weiss nicht, ob ich dieses Vertrauen gehabt hätte… Schade, dass viele Menschen nicht vertrauen können, die Ängste sind manchmal grösser, das kann ich gut verstehen… Allerliebste Vertrauensgrüsse Andrea

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