Kreise vergrössern

Seit ich hier in Düsseldorf wohne, gehe ich fast täglich morgens Joggen. Es tut mir gut, es macht mir Spass, ich hab die besten Ideen dabei… und endlich habe ich auch die Zeit dafür… Anfangs habe ich eine kleine Runde gemacht für die ich meist so 45 Minuten brauchte. Das war, um mich auszutesten, nicht zu überfordern und erst einmal ein wenig fit zu werden. Diese Runde schaffte ich nach einer Zeit dann in 35 Minuten… Und es machte mir Freude, eben genau auf dieser Route zu bleiben, es machte mir Freude, etwas das ich bereits gut konnte in immer besserer Zeit zu schaffen…und ein wenig war es schon eine nette Gewohnheit geworden, ich würde bestimmt eines Tages weiter laufen…aber nicht heute…vielleicht morgen …

Und dann kam dieser eine Tag, an dem ich ganz besonders gut drauf war, an dem ich ohne grosses Überlegen einfach die Route verändert , meinen Radius vergrössert und meine Komfortzone verlassen habe; das war ein Quantensprung, ich war an dem Tag so fit und die längere Strecke machte mir gar nichts aus. Und abgesehen davon, hab ich auf dem Weg neue wunderschöne Häuser, einen total herzigen kleinen Blumenladen und weitere Grünanlagen entdeckt …

Und nun weiss ich, was ich kann und es ist immer noch ausbaufähig; ich weiss, wie ich mir meine Kräfte einteilen kann; ich kann mich selber und meine Ausdauer gut einschätzen; nun laufe ich einfach los, wie es mir gefällt, ohne vorher darüber nachzudenken, wie lang die Strecke wohl sein mag; und jeden Tag entdecke ich dabei Neues und auch Neues über mich selber… Nun bin ich wieder ungefähr bei 45-50 Minuten laufen, aber mit viel mehr Kilometern.
Und es ist auch immer wieder ein schönes Gefühl, auf vertrauten Wegen zu landen, die Kombination des Alten und des Neuen macht es aus; dass der Weg MÖGLICHKEITEN bietet und ich FREI wähle, wo ich laufe, das ist das Schöne daran…

Und diese Zahlen schreibe ich nicht, damit mir jemand auf die Schulter klopft und sagt, wie toll ich bin; diese Zahlen schreibe ich, weil ich für mich daran meine Fortschritte erkenne; weil es schön ist, daran festmachen zu können, wie ich mich und meine Fitness weiterentwickle; solche „Kennzahlen“ auf dem Weg spornen an, motivieren und belohnen zugleich.

Und der aufmerksame Leser wird bemerkt haben, dass ich schon lange nicht mehr nur vom Joggen spreche…:-)

Bildquelle

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Über Andrea Kording

Kordingcoaching www.findyourwhy.wordpress.com www.andreakording.de
Dieser Beitrag wurde unter Gefühle, Leben, Meinung, Menschen, Rumphilosophieren, Schöne Gedanken veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

18 Antworten zu Kreise vergrössern

  1. Jürgen schreibt:

    Liebe Andrea,

    ja, diese positive Erfahrung mache ich auch, seit ich in diesem Sommer endlich damit angefangen habe, regelmäßiger zu laufen, zu schwimmen und Rad zu fahren. Mit jedem Tag fällt es leichter und man schafft mehr in kürzerer Zeit – und umso leichter es geht, umso mehr Spaß macht es auch, weil die anfängliche Anstrengung einer gewissen Leichtigkeit weicht.

    Und so ist es tatsächlich mit allem im Leben. Wenn wir etwas wirklich wollen, müssen wir einfach runter vom Sofa, in die Gänge kommen und anfangen. Und je mehr Übung wir haben, desto weiter kommen wir, bis es für uns so selbstverständlich geworden ist, dass wir gar nicht mehr darauf verzichten wollen. Entscheidend ist immer das Loslaufen und Dranbleiben.

    Apropos Dranbleiben: Dazu wird es heute einen kleinen Blogbeitrag von mir geben.

    Bis bald,
    Jürgen

    • andrea2110 schreibt:

      Lieber Jürgen, das ist schön, dass Du ähnliche Erfahrungen machst… Loslaufen und Dranbleiben, ja das ist das Rezept zu einem zufriedenen Leben, das seh ich auch so… Ich werde mal bei Dir vorbeischauen und lesen, was Du dazu schreibst… Alles Liebe Andrea

  2. Liebe Andrea,

    nur dadurch, dass wir „Neu“-Land betreten … können wir unseren Fortschritt messen und dadurch auch unsere Komfort-Zone erweitern … und Altes und Neues zu kombinieren machen wir den Weg frei … für immer neue und noch schönere Runden …
    die ich dir von Herzen wünsche …
    Doris

  3. Anna-Lena schreibt:

    Ich bewundere Menschen, die joggen. Ich glaube sogar, dass es zur Sucht werden kann, wie andere Sportarten.
    Ich wünsche dir für jeden Tag ein kleines Stück mehr des Weges.

    Mit herzlichem Gruß
    Anna-Lena

    • andrea2110 schreibt:

      Liebe Anna-Lena, ich habe heute morgen noch gesagt, wenn ich das meinem Sportlehrer vom Gymnasium erzählen würde, würde der Beweise fordern:-) Ich war dermassen unlustig im Sport-Unterricht und kriegte nach der ersten Runde bereits Seitenstiche, hab mich vorzugsweise im Gebüsch versteckt, um eine Runde zu sparen…:-)Witzig, dass manche Dinge, die man mal tun oder lernen „musste“, irgendwann freiwillig Spass und Freude machen… Ich denke, da bist du ja besonders im Thema:-) Ob es bei mir eine Sucht wird, weiss ich nicht, aber da es so gut tut und ich eben jetzt die Zeit dafür habe und vor allem nicht mehr soviel Bewegung wie vorher in meinem Job, gehe ich wirklich regelmässig laufen…Herzliche Grüsse zu Dir, Andrea

  4. Elisabeth schreibt:

    Liebste Andrea,
    das ist wunderbar zu lesen – wenn du es da machst, es dir zutraust, dann schaffst du es auch woanders. Und Erfolge spornen an 🙂
    Ich weiß nur zu gut, worüber du schreibst, nicht nur, weil ich selbst jogge 🙂 Vor 10 Jahren bin ich das erste Mal eine Stunde gelaufen und erlebe seitdem Wunder über Wunder… und Inspiration pur… es ist eine Tankstelle, das Laufen… 🙂 und es entwickelt sich so viel daraus…
    Alles, alles Liebe für dich und weiterhin viel Freude – herzlichst Elisabeth

    • andrea2110 schreibt:

      Liebste Elisabeth, ganz genau, wenn ich es in einem Bereich meines Lebens schaffe, dann kann ich ich als Referenzerfahrung nehmen und auch in anderen Bereichen schaffen; das wollte ich damit ausdrücken. Ja das Laufen ist eine Tankstelle, so kann man es sagen und ich glaube, ich lauf jetzt mal wieder los…:-) Bei mir entwickelt sich auch viel draus, all die guten Gedanken und die körperliche Fitness und und und…. Dir auch immer gute Runden, Herzlichste Laufgrüsse zu Dir, Andrea

  5. Emily schreibt:

    Liebe Andrea,
    diese Erfahrung habe ich auch schon einige Male gesammelt. Es ist immer ein seltsames Gefühl seinen Kreis zu verlassen. Mich begleitet immer eine Portion Unsicherheit dabei. Viele Fragen trage ich mit mir herum. Ich bemühe mich immer darum, diese Fragen und Unsicherheit zwar zu hören, mich aber nicht von ihnen bremsen zu lassen. Es ist immer spannend den Kreis zu verlassen, Neues zu erfahren und sich manchmal dabei auch die Finger zu verbrennen. Aber wenn man nicht ausbricht, wird man sich immer die Frage stellen, ob man es nicht doch wenigstens hätte versuchen sollen. Also probiere ich es meistens aus.

    Liebe Grüße,
    Emily

    • andrea2110 schreibt:

      Liebe Emily, Du bist ja eines meiner Vorbilder, bist Du schon viel weiter beim Joggen… Und es ist doch normal, Unsicherheit zu verspüren, wenn man die gewohnte Umgebung verlässt…Die Fragen sind gut, überprüfen wir uns doch selber damit, ob wir uns wohlfühlen, was noch fehlt und was von dem Neuen vielleicht auch einfach nicht passt…Wenn man es nicht ausprobiert, wird man es nie erfahren und wer immer nur das Gewohnte sieht und tut, wird auch immer nur das Gewohnte erleben…Ich mag es eben, das Gewohnte mit dem Neuen zu kombinieren… Deshalb war es auch ein besonders grosser Schritt, hierherzukommen und ALLES auf einmal zu verändern… puh, auch im Nachhinein noch immer eine ganz schön grosse Nummer… Liebe Grüsse Andrea

  6. Ulf Runge schreibt:

    Liebe Andrea,

    *auf-die-Schulter-klopf*

    es ist ein schönes Gefühl, auf den eingefahrenen Wegen „schneller“ zu werden, um sie dann aus Interesse und Neugierde zu erweitern, zu verändern.
    Genauso kann man vom Joggen zum Marathonlaufen kommen.
    Genauso kommt man in den unterschiedlichsten Lebensbereichen zur Achtsamkeit und Aufmerksamkeit, und das mit riesiger Ausdauer.

    Danke für diesen schönen Beitrag.

    Liebe Grüße,
    Ulf

    • andrea2110 schreibt:

      Lieber Ulf, ich mag es sehr, wenn Du Urlaub hast:-) Danke für’s Auf-Die-Schulter-Klopfen…! Ja ich erinnere mich noch gut an Deine Marathon-Beiträge… Gestern bin ich eine volle Stunde gelaufen frei nach dem Motto „Umwege erhöhen die Ortskenntnis… und die Fitness“:-) Nachher war es ein tolles Gefühl… und währenddessen eigentlich auch:-) Danke für Deinen schönen Kommentar… Ganz liebe Grüsse nach Schweden, Andrea

  7. Babsi schreibt:

    liebste andrea
    auch wenn ich selbst nicht laufen oder joggen kann, ich kann es sehr gut verstehen. trifft das doch auf soviel lebensbereiche zu. so wie ein schwimmer, der anfangs noch im nichtschwimmerbereich übt und dann immer mehr aufs offene meer hinaus schwimmen und tauchen möchte…und dabei soviel neues und schönes entdeckt, das ausprobiert werden möchte…..auch ich erfahre im mom sehr dass meine geglaubten grenzen noch weiter gehn können….und meine gefühle mich so weit treiben lassen

    erlaubst du es mir trotzdem, dass ich dir auf die schulter klopfe?;)
    ich finde es super, wie du deine kreise ziehst!!

    liebste grüße von babsi

  8. andrea2110 schreibt:

    Liebste Babsi, ja das Joggen ist ja auch nur EIN Beispiel; mit dem Schwimmen ist das genauso und das ist schön, wie Du es beschreibst… Ich kann mir gut vorstellen, wie das zur Zeit bei DIR mit den Grenzen und deren Auflösung bzw. Verschieben und Ausweiten ist… ein TOLLES Gefühl, gell???? Und ich lasse mir SEHR GERN von Dir auf die Schulter klopfen, Du Liebe, DANKE dafür. Herzlichste Grüsse zu Dir, Andrea

  9. Erika schreibt:

    Liebste Andrea,
    danke Dir für deinen Bericht.
    Mich erinnert das an meine Zeit, als wir in Mainz-Finthen wohnten und ich mit den Kindern, als sie noch klein waren, alles erkundet habe. Mir machte das auch Spaß, neue Wege zu entdecken und durch die Obstbaum-Plantagen zu wandern, ich habe sogar meine Tochter damals unter einem Baum gestillt. Es war eine schöne Zeit, an die Du mich jetzt grad erinnert hast.
    Hut ab, dass Du so mutig beim Joggen bist, ich steig lieber aufs Fahrrad, aber ganz gediegen und bin glücklich , wenn ich bis zum Rhein und eine Strecke am Rhein geschafft habe…..
    Ganz liebe Grüße
    Erika

    • andrea2110 schreibt:

      Liebste Erika, Deine Erinnerungen sind ganz wunderbar, ich freu mich, dass ich Dich daran erinnern konnte… Fahrrad fahre ich auch ganz gern, vor allem hier ist es so schön flach:-), aber nach ner Zeit tut mir immer so der Hintern weh…;-) Herzliche Grüsse Andrea

  10. Mamü schreibt:

    Liebe Andrea,

    oh ja, die Komfortzone verlassen… davor scheue ich mich noch sehr. Ab und zu lugt mal der große Zeh über diese Linie… und dann ist er wieder drin. 🙂

    Es erinnert mich aber an eine Zeit, in der ich erst ganz zaghaft mit viel Herzklopfen hier und da die Komfortzone verlassen habe, immer mehr Selbstvertrauen bekam und plötzlich ganz frei war überall hinzugehen, wo ich hingehen wollte. 🙂 Das war nach dem ich meinen ersten Mann verlassen hatte. Es war trotz allem vorhergehenden Leid eine sehr aufregende Zeit, im positiven Sinne.
    Seltsam wie man dann doch wieder in eine winzige kleine Sicherheitszone zurückfallen kann, zurückgedrängt wird, wenn dich die „Ereignisse“ überrollen, plattrollen und dir Angst machen…

    Es freut mich für dich, dass du deine Kreise erweitern konntest. 🙂
    Schöner Beitrag.

    Liebe Grüße,
    Martina

    • andrea2110 schreibt:

      Liebe Martina, ja das ist immer wieder ein Thema, das wird wohl nie aufhören. Und ich glaube, die meisten Menschen haben diese Gefühle in der einen oder anderen Art… Und wenn man das schon einmal geschafft hat- so wie Du und das war bestimmt auch ein Riesenschritt- dann weiss man ganz sicher, dass man das auch wieder tun kann und das ist sehr hilfreich für die nächsten Schritte… Und auch diese Mini-Rückschritte- wenn es denn überhaupt solche sind- die haben ihre Berechtigung, denn auch die geben Sicherheit…Liebe Grüsse Andrea

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