Auf meiner letzten Reise landete ich nach einem langen erfolgreichen Arbeitstag zu einem gemütlichen friedlichen Abendessen in einem China-Restaurant. Obwohl ich allein sass, wurde mir alles andere als langweilig, denn als ich die Karte las, zückte ich sofort Stift und Papier und „musste“ mir die Namen der Gerichte einfach aufschreiben. Es gab da:
Laufendes Schwein nach Samurai (Schwein mit exotischer Sosse)
Huhn aus glühendem Vulkan (das arme Huhn, autsch)
Huhn auf Scheiterhaufen (die scheinen keine Hühner zu mögen)
Huhn im Glück (ok, Kurve noch gekriegt)
Phönix aus der Asche
Lügen und Betrügen (Was für ein Name für ein Rindfleischgericht)
Das süsse Leben (das war kein Dessert)
Von ganzem Herzen (schmilz…)
Liebe auf den ersten Blick (nochmal schmilz, der Koch ist wohl Romantiker)
Perle des Ostens (herrlich…)
Das Gelbe vom Ei (Eierreis)
Die Kindergerichte hiessen da:
Prinzessin auf der Erbse (waren allerdings keine Erbsen im Essen), Hans im Glück und
Schlaraffenland
Wenn ich dem Namen nach bestellt hätte, hätte ich wahrscheinlich „Von ganzem Herzen“, “ Das süsse Leben“ oder „Huhn im Glück“ bestellt; ich jedoch ass ein Gericht namens „Des Kaisers kleine Freundin“ und machte mir lieber keinerlei Gedanken mehr darüber, wie es zu diesem Namen wohl gekommen war…;-) Es war auf jeden Fall köstlich…
Wie unglaublich phantasiereich da jemand die Karte gestaltet hatte, kam auch in den Texten zwischen der verschiedenen Kategorien zum Vorschein. Da wurde über Stäbchen philosophiert, über den Ursprung thailändischen Essens und über folgendes, was ich mir wiederum sofort aufschrieb, weil ich es sowohl in Wortwahl als auch in der Bedeutung bemerkenswert finde:
„In China ist Essen eine sehr stark kommunikative Angelegenheit. Es wird gelacht, laut geredet, unbekümmert gegessen. Die älteren und angesehenen Personen werden umsorgt, in dem man ihnen die besten Stück mit den eigenen Essstäbchen reicht. „

Bildquelle